Frau als Objekt

Betrügerin aus der Luhank/Ukraine (tatsächlich aus Rostow am Don/Russland)

Vor kurzem habe ich einen Vortrag von Erich Fromm über den „leeren Menschen“ gehört. Danach stellte ich mir die Frage: Gehöre ich etwa zu solchen leeren Menschen? Schließlich lebe ich in einer westlichen Gesellschaft, teile viele ihrer Werte, auch wenn ich sie nicht alle vorbehaltlos akzeptiere. Dennoch prägt sie mein Denken und Handeln tiefgreifend.

Es gibt Momente, das muss ich zugeben, in denen ich Frauen als Objekte der Begierde betrachte, reduziert auf flüchtige, sexuelle Erfüllung. Obwohl ich diese Sichtweise als obszön empfinde, scheint es mir schwer, daran etwas zu ändern. Obszön deshalb, weil ich Frauen auf wenige Körperbereiche reduziere und sie mit dem Idealbild abgleiche, das unsere Gesellschaft von ihnen zeichnet – ein Ideal, das oft künstlich und unerreichbar wirkt.

Obwohl ich versuche, gegen diese Reduktion anzukämpfen, kehren immer wieder Gedanken zurück, die durch die Realität um mich herum genährt werden: die allgegenwärtige mediale Objektivierung von Frauen, die ständige Verdinglichung in Werbung und Popkultur. Ich schäme mich zutiefst dafür. Diese Scham fühlt sich besonders schwer an, da es in der westlichen Welt kaum als abweichend oder gar problematisch gilt. Es wird vielmehr als normaler Ausdruck menschlicher Bedürfnisse angesehen – Bedürfnisse, die man erfüllen kann und soll. Tut man es nicht, so heißt es, sei man unnatürlich, ja vielleicht sogar krank.

Doch ist es nicht eher eine Ironie des Schicksals, dass man sich in dieser Logik gesund fühlt, wenn man Frauen auf ihre Körper reduziert? Müsste es nicht vielmehr heißen, dass man bereits krank ist, wenn man Frauen als bloße Objekte betrachtet, statt als die komplexen, intelligenten und liebenswürdigen Wesen, die sie sind?

Vielleicht liegt darin der wahre Konflikt: Der Druck, sich den gesellschaftlichen Normen anzupassen, steht im Widerspruch zu dem inneren Bedürfnis, Menschen in ihrer Ganzheit wahrzunehmen und zu respektieren.

Published by

Avatar von Unbekannt

Christoph

unverbesserlicher Optimist

Hinterlasse einen Kommentar